Die Mariatrosterbahn

„Sommerfrische auf Schienen“

 

Stadtbaumeister Andrea Franz begann im März 1897 mit den Gleisbauarbeiten auf der Strecke Zizendorfgasse – Schubertstraße – Hilmteichstraße – Mariagrün – Mariatrost. Die 5,247 km lange Bahn mit der Spurweite von 1m wurde eingleisig mit Ausweichen angelegt. Nach der technischen und polizeilichen Abnahme konnte die „Elektrische Kleinbahn Graz – Mariatrost“ am 29. Jänner 1898 den Betrieb aufnehmen. Der Wagenpark umfasste 8 Triebwagen und 8 Beiwagen. Durch die rote Lackierung der Tramwaywagen bürgerte sich bei der Bevölkerung der Name „die rote Tramway“ ein.

 

 

 

 

 

Da die Grazer Tramway Gesellschaft im Mai 1939 alle Geschäftsanteile der Mariatrosterbahn erworben hatte, wurde beschlossen den zur Linie 1 parallelen Streckenteil Zizendorfgasse – Hilmteich aufzulassen und die restliche Strecke auf Normalspur (1,435 m) umzubauen. Ab 16. Oktober 1939 endete die Mariatrosterbahn am Hilmteich, wo auf die Straßenbahnlinie 1 umgestiegen werden konnte.

Ab Juni 1940 begann der Gleisbau von Schmalspur auf Normalspur. Während der Umbauphase wurde die immer kürzer werdenden Meterspurstrecke von Mariatrost aus im Pendelverkehr bis zum jeweiligen Endpunkt der Normalspurstrecke der verlängerten Linie 1 befahren. Die jeweiligen Umbaustrecken musste von den Fahrgästen zu Fuß neben den Gleisen bewältigt werden. Am 23. Oktober 1941 verkehrte die Mariatrosterbahn zum letzen Mal und seit 18. November 1941 fährt die Linie 1 bis zur Endstation Mariatrost. Die nicht mehr benötigten Meterspurwagen der Mariatrosterbahn wurden ins damalige deutsche Generalgouvernement nach Litzmannstadt (Lodz in Polen) verkauft.

 

 

Im Zuge der Ausbauplanung des öffentlichen Verkehrs in Graz, soll die Linie 1 künftig über das Glacis führend, durch die Zizendorfgasse und weiter über die Leechgasse bis zur Hartenaugasse den Stadtteil der Universität erschließen. So könnte auch wieder eine Teilstrecke der ehemaligen Mariatrosterbahn auferstehen.